Presseinformation

Integration ist doch möglich

 

Im Rahmen seines 50. Jubiläumsjahres lud das Kleine private Lehrinstitut Derksen zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Integration ist möglich – Inklusion Aufgabe für die Zukunft“. Welche Weichen werden durch eine inklusive Schule gestellt, wie kann man Verantwortung schulen, welche Erfahrungen macht ein Kind mit dem „Anderssein“? Darüber diskutierten am Freitagnachmittag Bildungsexperten.

 

 

München, Großhadern, 09.10.2009. Seit 50 Jahren arbeitet das Kleine private Lehrinstitut Derksen mit großem Engagement an der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf einen gleichberechtigten Platz in der Schule und damit in der Gesellschaft zu verschaffen. Damit hat dieses integrativ arbeitende Gymnasium eine Vorreiterrolle für die seit 2009 auch in der Bundesrepublik gültige UN-Konvention zur Inklusion. Diese verpflichtet die Unterzeichnerstaaten in Art. 24 u. a. dazu, behinderte Menschen nicht auf Grund ihrer Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem auszuschließen und behinderte Kinder nicht auf Grund ihrer Behinderung vom Grundschulunterricht oder von der Sekundarschulbildung auszuschließen. Welche Erfahrungen das Gymnasium mit der Integration des breiten Spektrums unterschiedlicher Behinderungen bisher gemacht hat und welche neue Aufgaben sich durch die UN-Konvention stellen, welche Unterstützung Stadt und Staat gewähren – all diese Fragen wurden unter der Leitung  von BR-Moderatorin Marion Glück-Levi von Pädagogen, Autoren und anderen mit diesem Thema Beschäftigten diskutiert.

 

„Schule ist derzeit die Verteilerin von Sozialchancen“, so das Eingangsstatement von Dr. Bruno Schor, „nur 16% der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen derzeit eine integrative Einrichtung, die übrigen besuchen eine Förderschule; Inklusion ist eine Grundhaltung, ein Menschenrecht und erstreckt sich nicht nur auf Behinderte, sondern z. B. auch auf alte Menschen, die mit anderer Religionszugehörigkeit oder anderer Herkunft“. Dr. Schor forderte aber auch die entsprechende Kompetenzen: „Inklusive Bildung verlangt nicht nur Inklusionsbereitschaft, sondern auch Inklusionsfähigkeit; die Fachlichkeit ist unverzichtbar“.

 

Dr. Bernhard Bueb beschrieb den gebildeten Menschen, als eine Person mit starkem Selbstwertgefühl, mit einem Wertesystem, einer klaren Sprache, der genussfähig und ein glücklicher Mensch ist. Dies zu erreichen, sollte das Ziel von Schule sein und sprach sich für die flächendeckende Einführung von Ganztagesschulen aus, um auch außerhalb des Unterrichts Möglichkeiten der Partizipation zu schaffen.

 

Mit der Unterzeichnung der UN-Konvention verpflichtete sich der deutsche Staat zur Umsetzung der Inklusion. In anderen Bundesländern werden die Lehrerressourcen im Bereich der Sonderpädagogik bereits verdoppelt. So kam man während des Podiumsgesprächs, an dem über drei Stunden lang auch das Publikum lebhaft teilnahm, zu dem Ergebnis, dass die Lehrer in den Mittelpunkt aller Reformen gestellt werden müssen. Diese wurden in den letzten 50 Jahren von der Politik vernachlässigt und nur sie werden in der Lage sein, Schule zu verändern.

 

 

Teilnehmer der Podiumsdiskussion:

 

Corinna Beilharz

Schauspielerin und Mutter eines schwer körperbehinderten Kindes

 

Dr. Bernhard Bueb

Pädagoge und Autor

geb. 1938 im heutigen Tansania, studierte Katholische Theologie und Philosophie, leitete 31 Jahre das Internat Schloss Salem und lebt heute als Autor in Überlingen

 
Mirjam Pressler

Kinder- und Jugendbuchautorin

wurde 1940 in Darmstadt  geboren; seit Jahrzehnten arbeitet sie als Autorin und Übersetzerin und wurde vielfach ausgezeichnet

 

Dr. Bruno Schor

Leitender Akademischer Direktor an der LMU

studierte Altertumswissenschaften, Lehramt Grund- und Hauptschule und Sonderpädagogik und ist heute nach langen Jahren im Schuldienst Akademischer Direktor an der Ludwig-Maximilians-Universität

 

Oswald Utz

Behindertenbeauftragter der Stadt München

geb. mit Glasknochenkrankheit, lebt als Dozent der Volkshochschule und als Behindertenbeauftragter der Stadt München in München

- war leider wegen Erkrankung verhindert -

 

 

 

Weitere Informationen:

 

Elisabeth Hiemer

Öffentlichkeitsarbeit

Pfingstrosenstr. 73

81377 München

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Telefax: 089 – 78 07 07-10

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