Angaben
zur Schule:
Schulart::
Neusprachliches Gymnasium mit humanistischem Zweig in privater Trägerschaft
(gemeinnützige GmbH)
Größe:
Jahrgangsstufen 5 mit 13 fortlaufend, in der Regel einzügig geführt, insgesamt
rund 220 Schüler/innen
Umfeld:
Stadtrandlage in Großhadern; kleine, übersichtliche Schule
Profil:
Integrativer Schulansatz, behinderte und nichtbehinderte Schüler/innen
unterschiedlicher Behinderungsformen werden in gemeinsamen Klassenverbänden
unterrichtet; ein erheblicher Anteil der Schüler/innen zeichnet sich durch
Verhaltensauffälligkeiten aus; die individuelle Betreuungsintensität ist beträchtlich
Kurzbeschreibung:
Das Projekt verfolgt die Idee der Öffnung der Schule nach außen durch Einsatz
der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien
mit besonderer Betonung der Videokonferenztechnik. Im Mittelpunkt des Projektes
steht die Schaffung und Erprobung mobiler audiovisueller Kommunikationssysteme,
die per Kabel- und/oder Funkvernetzung an ISDN-Leitungen angeschlossen sind.
Schwerpunktmäßig
werden folgende Einsatzbereiche
erprobt:
-
Einbeziehung langzeitkranker (lzk) Kinder in den Fachunterricht (Fu)
-
Einbeziehung auswärtiger Experten in den Fachunterricht
-
Unterrichtung durch externe Lehrkräfte
-
Intensivierung internationaler Schulkontakte (zunächst Moskau und Lublin)
Das Projekt knüpft unmittelbar an die langjährigen Erfahrungen unserer Schule auf dem Gebiet der Integration von Behinderten sowie unseren Bemühungen zur Intensivierung internationaler Schulkontakte unter Einsatz digitaler Informations- und Kommunikationstechniken an. Es trägt hoffentlich dazu bei, das bisherige Profil unserer Schule nachhaltig zu stärken, indem der Nachweis erbracht wird, dass unsere Schule auf dem in der Vergangenheit eingeschlagenen Weg nicht stehen bleibt, sondern bereit ist, neue Initiativen zu ergreifen, die geeignet sind, bisher wenig oder nicht genutzte Techniken zur Integration zusätzlicher schulischer Erfahrungsbereiche in den Unterrichtsalltag zu ermöglichen.
Mit
Hilfe des hier hier eingeschlagenen Weges kann über die Distanz
eine direkte audiovisuelle Kommunikation zwischen den Beteiligten
stattfinden. Als Beteiligte können Einzelpersonen miteinander, Einzelpersonen
mit Gruppen oder auch Gruppen untereinander kommunizieren. Als Kommunikationsweg
wird das verfügbare öffentliche Telephonnetz in Anspruch genommen. Die
Technologie ist ausgereift und arbeitet praktisch störungsfrei. Diese Lösung
bietet sich an für Regionen, die aufgrund ihrer Ausdehnung eine flächendeckende
Versorgung mit Hochgewschwindigkeitsnetzen nicht sicherstellen können. Eine
Internetanbindung ist nicht erforderlich, aber wünschenswert. Fremd- und/oder
selbsterstellte Unterrichtsmaterialien sowie Arbeitsaufträge können dann auch
schriftlich per E-Mail begleitend eingesetzt und interaktiv bearbeitet werden.
Im
Bereich der Einbeziehung von langzeitkranken Personen in den Untericht kann das
hier vorgestellte Verfahren im schulischen
und außerschulischen Bereich eingesetzt werden. Das Verfahren trägt
dazu bei, Unterrichtsdefizite infolge längerer Abwesenheit vom Klassenzimmer zu
vermindern und die sozialen Kontakte zur Lerngruppe zu erhalten.
Außerschulisch ist die Anwendung beispielsweise im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen vorstellbar, wenn es darum geht, dem Patienten individuelle Beratung und/oder Anleitung zuteil werden zu lassen. Einssetzbar ist das Verfahren im Bereich der beruflichen Rehabilitation ebenso wie im Bereich der nachklinischen Patientenberatung, z.B. psychotherapeutische Notfallberatung, aber auch der Seelsorge und ähnlichen Feldern, in denen bisher bestenfalls telephonische Kontakte möglich waren.
Schulisch
lassen sich die vorgestellten Technologien altersunabhängig im Fachunterricht
aller Schularten und Altersstufen einsetzen.
Besonders
geeignet ist der Einsatz der VC-Technik für
Unterrichtsvorhaben mit stark lehrerzentrierten Sequenzen, also
z.B. dem klassischen Frontalunterricht. Der
angeschlossene Schüler kann sich in solchen Situationen voll auf die
unterrichtende Lehrkraft konzentrieren, ohne den im Klassenverband
unvermeidlichen Ablenkungen ausgesetzt zu sein. Damit kann sich sogar die
phasenweise „Ausgliederung“ von Schülern mit Konzentrationsstörungen
empfehlen. Dabei ist das zweiseitige Unterrichtsgespäch zwischen der Lehrkraft
und dem angeschlossenen Schüler jederzeit möglich und damit dessen
Einbeziehung in das Klassengespräch.
In Gruppenarbeitsphasen kann der Externe auf diese Weise gleichermaßen eingebunden werden.
Vorraussetzung
für die Einbeziehung von Kranken in dieses Verfahren ist, dass die Patienten
nicht nachhaltig in ihrer audiovisuellen Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt
sind. Das Verfahren eignet sich mithin nicht für extrem seh- oder hörbehinderte
Menschen.
Die
gesundheitliche Verfassung des einzubeziehenden Patienten muß so beschaffen
sein, dass eine zumindest zeitweilige Belastung durch Außenkontakte vertretbar
ist.
Das
Verfahren kann von allen Lehrenden und Lernenden eingesetzt werden, die in der
Lage sind, PC’s ein- und auszuschalten sowie auf dem Computer installierte
Anwendungsprogramme zu starten. Um fremderstellte Unterrichtsmaterialien
einzusetzen müssen einfache Installationsvorgänge beherrrscht werden und eine
gewisse Markttransparenz vorhanden sein. Um selbsterstellte
Unterichtsmaterialien einzusetzen müssen einschlägige Anwendungsprogramme wie
Word, Exel, Power-Point und ggfls. Front-Page „beherrscht“ werden.
Technische Anforderungen für hochmobile
Kommunikationseinheit
Grundausstattung
- 2 Notebook PC ab Pentium II und 350 MHz mit Vollduplex-Soundkarte, mindestens 16 MB Arbeitsspeicher und Betriebssystem ab Windows 95 sowie je nach verwendetem Kameratyp eine Video-In oder USB Schnittstelle.
-Digitale Camera
-ISDN-Basisanschluß oder ISDN-Nebenstellenanlage
-AVM-Fritzcard PCMCIA
-audivisuelles ISDN (AVM Alice)
-Datenprojektor
(Beamer) für Gruppenkonferenzsituationen
-CD-Rom
Laufwerk für den Einsatz von entsprechender Lehr- und Lernsoftware
-Internetanbindung
für den Einsatz von internetbasierter Materialien, den Versand von E-Mails usw.
Der
Einsatz der Videokonferenztechnik kann erfolgen, um Einzelpersonen in eine
Gruppensituation einzubeziehen oder um die direkte Verbindung zwischen zwei
Personen herzustellen. Es ist derzeit nicht möglich mehr als vier
Personen, die räumlich getrennt sind, gleichzeitig einzubinden.
Projektverlauf:
Die
Idee, „Fernunterrichtsverfahren“ ergänzend zum herkömmlichen Unterricht
einzusetzen, wird an der Schule aufgrund ihres besonderen Charakters bereits
seit längerer Zeit diskutiert. Dabei standen in Ermangelung direkter
technischer Alternativen solche Überlegungen im Vordergrund, die auf die
Auslagerung geeigneter Stoffgebiete etwa aus dem Bereich des vom Bayrischen
Rundfunk betriebenen Telekollegs. Konkreter Handlungsbedarf entstand erstmals, als ein an Knochenmarkkrebs erkrankter Schüler die
Oberstufe unseres Gymnasiums besuchte. Es stellte sich schnell heraus, dass die
Integration von Telekollegssequenzen in den herkömmlichen Unterrichtsablauf nur
unvollkommen gelingen konnte. Diese Erfahrung
veranlaßte die Schule nach
weiteren Möglichkeiten zu suchen und eine geeignete Lehrkraft mit der Bündelung
der entsprechenden Aktivitäten zu beauftragen. Aufgrund der Zielvorgabe, wonach
ein geeignetes Medium auf jeden Fall die direkte Interaktion zwischen den
Beteiligten ermöglichen sollte, rückte frühzeitig die Videokonfernztechnik in
den Vordergrund des Interesses. Dank der besonderen Aufgeschlossenheit des
damaligen Leiters der Picture-Tel Niederlassung in Unterföhring erhielt die
Schule bereits 1997 eine erste Geräteeinheit, die für den professionellen
Einsatz geeignet war. Erste Möglichkeiten, um Erfahrungen zu sammeln, ergaben
sich, nachdem die Schule im Gefolge einer Modellprojektbewilligung durch die
Aktion Schulen ans Netz einen ISDN-Anschluß erhielt. Schnell zeigten sich die
Grenzen einer nur stationär einsetzbaren Anlage: Da die Einbeziehung externer
Partner nur von einem Raum aus möglich war, hätte der gesamte Unterricht
dorhin verlegt werden müssen, was aus organisatorischen und
stundenplantechnischen Gründen undurchführbar erschien.
Um
auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen zu können, wurde als Ausweg die
Bereitstellung mobiler Systeme ins Auge gefaßt, die im günstigsten Fall über
ein Funknetz an die ISDN-Leitung angeschlossen werden sollten.
Daneben
wurden unterschiedliche Systeme für derartige mobile Einheiten erprobt.
Als
Systemeinheiten wurden PictureTel
Komponenten verwendet, die
und von Picture-Tel direkt und die Siemens AG zur Verfügung gestellt wurden.
Gesamtansicht
Tisch
mit Monitor, Gegensprechanlage, Kamera, Tatstatur und Maus
Bildschirmanzeige,
wie sie die
Gegenseite wahrnimmt
Um
auch Gruppenkonferenzen durchführen zu können, wurde ein Picture-Tel System
mit einem ebenfalls von Medium gesponserten Beamer auf einer fahrbaren Einheit
montiert.
Fahrbare
VC-Kommunikationsstation mit Beamer, Kontrollmonitor, Kamera und
Gegensprechanlage
So
sieht die Gruppe das Bild an der Projektionsfläche
Zudem
erhielt die Schule dank der freundlichen Unterstützung der Firma Medium die
Gelegenheit, mit dem Modell ERIS auch eine computerunabhängige Lösung zu
erproben.

Das
Bild oben zeigt eine solche Station einschließlich Schwanenhalskamera,
Telephonanlage. Das angeschlossene Notebook fungiert lediglich als Bildschirm.
Ersatzweise kann das Gerät an einen Fernseher oder einen Monitor angeschlossen
werden.
Als
unrealistisch erwies sich zum damaligen Zeitpunkt die Hoffnung, diese Geräte über
Funknetzverbindungen betreiben zu können.
Daher
wurde die klassische Vernetzung der Fach- und Klassenräume ins Auge gefaßt.
Mit Unterstützung des Sozialreferats der Stadt München konnte dieses Vorhaben
in den Sommerferien des Jahres 2000 insoweit realisiert werden, als dass neben
der Fachraumanbindung auch sämtliche Klassenzimmer des Osttraktes unserer
Schule so verkabelt wurden, dass von dort aus eine ISDN-Verbindung hergestellt
werden kann..
Die Einbindung der Lehrkräfte erfolgte im Rahmen einer hausinternen Fortbildungsveranstaltung im Januar 2001. Ein Vertiefungskurs findet im Januar 2002 statt.
Damit war zwar die hausinterne Anbindung der verfügbaren Geräteeinheiten erreicht, nicht jedoch die Bereitstellung beim externen Konferenzpartner. Da sowohl die über herkömmliche Tischrechner betriebenen PictureTel Systeme, wie auch die ERIS Modelle aufgrund des relativ hohen Transport- und Standortvolumens deren Einsatz am oftmals räumlich recht beschränkten Krankenbett behindern wurde die Ergänzung der einzusetzenden Hardware um Notebookkomponenten angestrebt.
Um hier einen Schritt weiterzukommen, wurde Ende 2000 ein entsprechender Förderantrag an das Bayrische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gerichtet, der dann im gegenseitigen Einvernehmen an die Stiftung Bildungspakt Bayern weitergeleitet wurde. Nach Bewilligung der dort beantragten Projektmittel durch den Stiftungsrat wurde das Vorhaben im Sommer 2001 der Marketingabteilung der Firma Panasonic vorgestellt. Dank der im Ergebnis von Panasonic eingeräumten Sonderkonditionen konnten insgesamt sieben Rechner angeschafft werden. Die Mehrzahl davon wurde mit ISDN-Karten von AVM und dem Videokonferenzmodul Alice ausgestattet. Dieses System bietet den Vorteil, dass aufgrund der vergleichsweise geringen Größe der Bildschirmeinblendung für das Videobild, zeitgleich die gelenkte Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien erfolgen kann, die online oder offline verfügbar sind.
Audiovisuelle Kommunikationsstation mit Panasonic-Notebook, AVM-PCMICIA-ISDN Karte, angeschlossener Kamera und Headset
Im Interesse der Nachbaubarkeit auch für solche Träger, die keine aufwendige Verkabelung der Klassen- und Fachräume vornehmen wollen oder können, ist die Netzanbindung per Funkverbindung erforderlich. Wenn notebookgestützte Lösungen auch im Klassenzimmer zum Einsatz kommen sollen, muß zudem die Sprechverbindung schnurlos erfolgen. Derartige Lösungen wurden bisher dadurch verhindert, dass für die Herstellung von Videokonfernzverbindungen zwei Kanäle paralell belegt werden müssen. Bezahlbare zweikanalfähige Funkbasisstationen waren bisher auf dem Markt nicht verfügbar. Entsprechende Stationen der Telekom haben sich als für diesen Zweck untauglich erwiesen. Für Anfang Dezember sind entsprechende Geräte mit Bluetoothtechnik angekündigt.
Zwei
Geräte werden als Funkverbindungsrechner für den Klassenraumeinsatz
vorbereitet.
Ein
Gerät steht derzeit noch abrufbereit.
Das
letzte Gerät findet als Testrechner Verwendung, auf dem die Kompatibilität der
unterschiedlichen Systemkomponenten vorab gestestet wird, bevor diese auf den
Einsatzrechnern eingerichtet werden.
Vorbemerkung:
Um unnötige Überschneidungen der verschiedenen Einrichtungen, die mit der Erprobung von Fernunterrichtsverfahren befaßt sind zu vermeiden, haben wir uns für die Einsatzoption der Einbindung langzeitkranker Jugendlicher bereits bei Antragstellung auf solche Personen beschränkt, die sich nicht mehr in stationärer klinischer Behandlung befinden. Dies erscheint sinnvoll, da die Schule für Kranke mit Unterstützung der Stadt München ein digitales Klassenzimmer eingerichtet hat, über das die Einbeziehung von jungen Menschen erfolgen kann, die in den Kliniken im Stadtgebiet behandelt werden. Für die Einbindung in das Vorhaben vorgesehen waren in dieser Phase daher zunächst diejenigen Schülerinnen und Schüler, die als reguläre Schüler unserer Schule für ein solches Projekt in Betracht gezogen werden konnten.
Aktueller
Stand:
Zu Beginn des Schuljahres waren vier Schülerinnen und Schüler mit so weitreichenden gesundheitlichen Problemen konfrontiert, dass deren Einbeziehung in dieses Projekt sinnvoll erschien. Dabei handelte es sich um eine Schülerin der achten Jahrgangsstufe, einen Schüler der neunten Jahrgangsstufe, eine Schülerin der elften Jahrgangsstufe und einen Schüler der 13. Jahrgangstufe. Nach entsprechenden Vorgesprächen mit den betreffenden Schülern und den Eltern wurde das Angebot bisher lediglich von zwei Schülern angenommen. Entsprechend wurden von den angeschafften Geräten bisher zwei an Schüler weitergeleitet, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen können. Verabredet ist, dass diese im Bedarfsfall in der Schule anrufen und mitteilen, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen können. Über das Sekretariat wird die Lehrkraft der 1. Std. benachrichtigt. Diese schaltet eine Schulanlage ein und stellt die Verbindung zum Rechner des Schülers her. Die Verbindung wird weiterhin über die Festnetzleitung hergestellt. Die Inanspruchnahme dieser Möglichkeit erfolgte in beiden Fällen bisher jedoch nur sporadisch, da sich die gesundheitliche Situation erfreulicherweise in diesem Schuljahr so weit stabilisiert hatte, dass eine längerandauernde Abwesenheit vom Schulbesuch vermieden werden konnte. Der Schüler der 13.Jahrgangsstufe wurde Ende November zudem in eine Betreuungseinrichtung aufgenommen, die im Gegensatz zur häuslichen Situation nicht über die erforderliche ISDN-Anbindung verfügt.
Ein
drittes Gerät sollte an eine Schülerin ausgeliefert werden, die aus
gesundheitlichen Gründen voraussichtlich längere Zeit nicht den Unterricht
besuchen kann. Wir hatten gehofft, dass die bestehenden gesundheitlichen
Belastungen im häuslichen Umfeld aufgefangen werden könnten.
Nachdem aufgrund der schulärztlichen Entscheidung im November 2001 die
sofortige Einweisung in eine Klinik verfügt wurde und die Schülerin
voraussichtlich mindestens sechs Monate in stationärer Behandlung sein muß,
kann diese Patientin vorläufig nicht in das Projekt einbezogen werden. Nach Rücksprache
mit der Schule für Kranke, in deren Zuständigkeitsbereich die Schülerin mit
Ihrer Einweisung in die Klinik übergegangen ist, ist in der Klinik die direkte
Unterrichtung durch Lehrkräfte der Schule für Kranke gewährleistet. Inwieweit
der Einsatz der Videokonferenztechnik zur Aufrechterhaltung der sozialen
Bindungen an den Klassenverband sinnvoll sein kann, wird in gegenseitiger
Absprache entschieden, wenn die Schülerin aus Sicht der Ärzte hierzu in der
Lage sein könnte. Dann werden die Möglichkeiten der Einrichtung einer
Verbindungsmöglichkeit mit der Klinikleitung und der Schule für Kranke
ausgelotet.
Die
Eltern der vierten Schülerin haben bisher nicht von der ihnen angebotenen Möglichkeit
Gebrauch gemacht.
Abgesehen von technischen Pannen, die bei Anwendung des Prinzips Learning by Doing unvermeidlich sind, sind vor allem Akzeptanzprobleme aufgetreten.
Mangelnde Akzeptanz
Zu unserer Überraschung mußten wir feststellen, dass Eltern, denen die Einbindung ihrer Kinder in das laufende Projekt vorgeschlagen wurde, mehrheitlich keineswegs begeistert reagierten. Nach unserem Eindruck spielte die Sorge vor einem Bekanntwerden der spezifischen Erkrankung dabei die Hauptrolle. Auch auf Seiten der infrage kommenden Schüler/innen war die Reaktion keineswegs uneingeschränkt positiv. Das, was als Entlastung von unserer Seite gedacht war, kann von Schülern durchaus als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden. So weigert sich derzeit ein auf Grund seiner gesundheitlichen Einschränkungen für eine solche Option prädestinierter Schüler vehement, eine Kommunikationseinheit mit zu sich nach hause zu nehmen, da er offenkundig befürchtet, hierdurch in irgendeiner Weise stigmatisiert zu werden.
Auf Seiten von Lehrkräften bereitete vor allem die über die Herstellung der Videokonferenzverbindung bewirkte „Öffentlichkeit“ Besorgnisse.
Handhabbarkeit der Technik
Probleme dieser Art lassen sich mit einem vergleichsweise geringen Schulungsaufwand minimieren.
Grundsätzlich gilt: je kleiner die Zahl der für diesen Einsatzzweck verfügbar gemachten Geräte desto größer ist tendentiell auch deren Auslastungsgrad.
Da die Zahl der benötigten Kommunikationseinheiten in Abhängigkeit von der bekannten oder zu erwartenden Zahl der Anwendungsfälle zu bestimmen ist, macht es nach unserer Erfahrung durchaus Sinn, alternative Einsatzoptionen ins Auge zu fassen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Zahl der Schüler, die über einen längeren Zeitraum nicht körperlich am Unterricht teilnehmen können klein ist und/oder die Zeiten der Abwesenheit von der Schule, wie etwa bei chronischen Erkrankungen, stark schwanken und zudem kurzfristig und nicht vorhersehbar notwendig werden können. Da letzterer Fall bei den beiden mit entsprechenden Stationen versehenen Schülern gegeben ist, haben wir die Stationen den Betroffenen mit nach hause gegeben. Damit erübrigt sich die Frage nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten. Da dieses Krankheitsbild jedoch nicht an jeder übernahmebereiten Schule vorherrschend sein muß, wurden Möglichkeiten der Auslastung der VC-Stationen auch in Zeiten untersucht, in denen keine krankheitsbedingten Verwendungen erfolgen können.
Der Projektentwurf sah daher im Interesse der Effizienzsteigerung von vorneherein auch andere Anwendungsfelder vor.
Inhaltlich
haben wir in den vergangenen Monaten daher auch damit begonnen, das
Klassenzimmer für schulübergreifende Gesprächsrunden zu aktuellen Themen zu
öffnen.
So
haben Schüler unserer 10. Klasse mit Schülern
eines Greifswalder Gymnasiums das Thema Rechtsradikalismus und
„wehrhafte Demokratie“ per
Videokonferenzschaltung diskutiert.
Die
Schüler unserer Schule
Das
Bild der Gegenseite
Am
darauffolgenden Freitag wurden Gastschüler aus Moskau in die Gesprächsrunde
einbezogen, die über entsprechende Erfahrungen in ihrem Land berichteten.
Dabei
eingesetzt wurden mobile Desktopsysteme mit Beamerunterstützung.
Seit
Beginn des Schuljahres sind wir dabei, die Voraussetzungen für dauerhafte grenzüberschreitende
Kontakte mit unserer polnischen Partnerschule zu realisieren. Dieses Vorhaben
stieß insofern auf Schwierigkeiten, als die Schaltung von ISDN-Leitungen für
die polnische Telekom in der Region, in der unsere Kooperationschule beheimatet
ist, noch Neuland darstellt. Gleichwohl konnte eine erste Verbindung Anfang
Dezember hergestellt werden. Beide Seiten arbeiten derzeit an geeigneten Themen
für gemeinsame Vorhaben. Ende Dezember wurde in einer ersten Konferenzschaltung
eine polnische Zeitzeugin (Überlebende von Auschwitz) zu ihren
Erfahrungen mit der Stiftungsinitiative zur Entschädigung von
NS-Zwangsarbeitern befragt.
Für
das kommende Jahr ist neben der Weiterentwicklung der bisher in Angriff
genommenen Einsatzoptionen vor allem auch die Einbeziehung externer Experten
vorgesehen. Gedacht ist aus aktuellem Anlaß an gemeinsame Videokonferenzen mit
Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Erste Kontakte wurden bereits
hergestellt. Ein genauer Themenkatalog befindet sich in Vorbereitung. Daneben
sollen Möglichkeiten für Fernunterrichtsverfahren über das Internet und hier
insbesondere per E-Mail erprobt werden.