| 2. Zwischenbericht zum Projekt "Offenes Klassenzimmer" des Kleinen privaten Lehrinstituts Derksen in München; Stand Juni 2002 | ||||
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Projekt: "Offenes
Klassenzimmer"
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| Angaben zur Schule: | ||||
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Schulart:
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Neusprachliches Gymnasium mit humanistischem Zweig in privater Trägerschaft (gemeinnützige GmbH), staatlich anerkannt | |||
| Größe: | Jahrgangsstufen 5 mit 13 fortlaufend, in der Regel einzügig geführt, insgesamt rund 200 Schüler/innen | |||
| Umfeld: | Stadtrandlage in Großhadern; kleine, übersichtliche Schule | |||
| Profil: | Integrativer Schulansatz, behinderte und nichtbehinderte Schüler/innen unterschiedlicher Behinderungsformen werden in gemeinsamen Klassenverbänden unterrichtet. | |||
| Ansprechpartner: | Ekkehard Wolf | |||
| Kontakt: | wolf@ilo.de oder: Tel.: 0049-89-780 70 70 | |||
| Kurzbeschreibung: Das Projekt verfolgt
die Idee nachbaubare Wege einer zukünftigen Öffnung von Schule
und vergleichbaren Einrichtungen nach außen durch den Einsatz der
digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien aufzuzeigen. Im Mittelpunkt
des Vorhabens steht die Schaffung und Erprobung mobiler, bidirektional einsetzbarer
audiovisueller Kommunikationssysteme, die per Kabel- und/oder Funkvernetzung
an ISDN-Leitungen angeschlossen sind. Die besondere Betonung liegt auf dem
Einsatz der H320-Videokonferenztechnik. Schwerpunktmäßig werden folgende Einsatzbereiche erprobt: - Einbeziehung langzeitkranker (lzk) Kinder in den Fachunterricht (Fu) - Intensivierung internationaler Schulkontakte zum Abbau ausländerfeindlicher Tendenzen - Einbeziehung auswärtiger Experten und Unterrichtung durch externe Lehrkräfte - Stärkung der politischen Partizipation durch praktizierte Bürgernähe
Grundidee Besondere Vorteile des hier vorgestellten Kommunikationsverfahrens Anwendungsfelder Aufbau der technischen Infrastruktur Mobile Stationen |
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| Um auch Gruppenkonferenzen durchführen zu können, wurde ein Picture-Tel System mit einem von Medium gesponsorten Beamer auf einer fahrbaren Einheit montiert. | |
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| Fachraum-Vernetzung Als unrealistisch erwies sich zum damaligen Zeitpunkt die Hoffnung, diese Geräte über Funknetzverbindungen betreiben zu können. Daher wurde die klassische Vernetzung der Fach- und Klassenräume ins Auge gefasst. Mit Unterstützung des Sozialreferats der Stadt München konnte dieses Vorhaben in den Sommerferien des Jahres 2000 insoweit realisiert werden, als dass neben der Fachraumanbindung auch sämtliche Klassenzimmer des Osttraktes unserer Schule so verkabelt wurden, dass von dort aus eine ISDN-Verbindung hergestellt werden kann. Einbindung der Lehrkräfte Raumfrage Notebookstationen |
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Audiovisuelle Kommunikationsstation mit Panasonic-Notebook, AVM-PCMCIA-ISDN Karte, angeschlossener Kamera und Headset |
| Um hier einen Schritt weiterzukommen, wurde Ende 2000 ein entsprechender
Förderantrag an das Bayrische Staatsministerium für Unterricht
und Kultus gerichtet, der dann im gegenseitigen Einvernehmen an die Stiftung
Bildungspakt Bayern weitergeleitet wurde. Nach Bewilligung der dort beantragten
Projektmittel durch den Stiftungsrat wurde das Vorhaben im Sommer 2001 der
Marketingabteilung der Firma Panasonic vorgestellt. Dank der im Ergebnis
von Panasonic eingeräumten Sonderkonditionen konnten insgesamt sieben
Rechner angeschafft werden. Die Mehrzahl davon wurde mit ISDN-Karten von
AVM und dem Videokonferenzmodul Alice ausgestattet. Dieses System bietet
den Vorteil, dass aufgrund der vergleichsweise geringen Größe
der Bildschirmeinblendung für das Videobild, zeitgleich die gelenkte
Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien erfolgen kann, die online oder offline
verfügbar sind.
Einbindung funkverbundener Kommunikation Anwendungsmöglichkeiten mit Kranken Bisherige Erfahrungswerte - Einsatz am Krankenbett Vorbemerkung: Bisherige Erfahrungswerte Die Eltern der vierten Schülerin haben bisher nicht von der ihnen angebotenen Möglichkeit Gebrauch gemacht und statt dessen zum Halbjahr den freiwilligen Rücktritt in die vorherige Klassenstufe vollzogen. Im Mai wurde eine weitere Möglichkeit zur Einbindung einer Schülerin,
die aus gesundheitlichen Gründen an der Teilnahne am Unterricht gehindert
ist, vorbereitet. Die fragliche Schülerin mußte aufgrund einer
chronischen Lungenerkrankung für mehrere Wochen nach Ostern einen
Kuraufenthalt antreten. Gemeinsam mit der dortigen Stationsleitung sollte
der Versuch unternommen werden, einen Zeitplan für die Einbeziehung
der Schülerin in den Unterricht der Stammschule zu erstellen. Auch
dieses Vorhaben scheiterte letzendlich an der fehlenden Verfügbarkeit
der erforderlichen B-Kanäle. Aktueller Stand: Seit Anfang Juni 2002 wurde auf Anfrage des Elternhauses eine Schülerin
in das Programm aufgenommen, die unter einer fortschreitenden Muskelschwächeerkrankung
(spinale Muskelatrophie in Verbindung mit einer fortschreitend ausgeprägten
Skoliose) leidet. Das Immunsystem des Mädchens ist zudem so angegriffen,
dass bereits eine banale Infektion schwerwiegende Folgen haben kann. Die
Schülerin ist oftmals so schwach, dass sie auch im Klassenzimmer
liegen muß. Die Möglichkeit der Teilnahme am Unterricht von
zuhause aus, wird von ihr als große Erleichterung wahrgenommen.
Entsprechend aktiv erfolgte die Mitwirkung von Elternhaus und Patientin.
So konnte die Freihaltung der erforderlichen B-Kanäle nach Durchschaltung
der im Zimmer des Mädchens befindlichen Telephonbuchse zum S-O Bus
des NTBA sichergestellt werden.
Mangelnde Akzeptanz Verfügbarkeit der Technik Auslastung Alternative Anwendungsfelder Beispiel 1: Intensivierung internationaler Schulkontakte zum Abbau
ausländerfeindlicher Tendenzen |
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| Deutsche und
russische Schüler im Gespräch mit Greifswalder Altersgenossen |
Das Bild der Gesprächspartner
des Friedrich- Ludwig-Jahn-Gymnasiums Greifswald |
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Beispiel 2: Neue Wege zur Partnerschaft mit Polen Eine der ersten Anwendungen der VC-Technik erfolgte 1999 im Rahmen einer
gemeinsamen Erkundung der KZ-Gedenkstätte in Maidanek. Erstmals haben
damals deutsche, polnische und ukrainische Schüler in gemischtnationalen
Gruppen das ehemalige Konzentrationslager besucht, ihre Eindrücke
in gemeinsamen Berichten beschrieben und die Ergebnisse per VC und E-Mail
mit anderen Schülern in Deutschland ausgetauscht, die zeitgleich
das Lager Dachau besucht hatten. |
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Eindrücke der Begegnung zwischen deutschen, polnischen und ukrainischen Jugendlichen |
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| Beispiel 3: Grenzüberschreitende Unterrichtung durch
externe Lehrkräfte Seit Beginn des Schuljahres sind wir dabei, die Voraussetzungen für dauerhafte grenzüberschreitende Kontakte mit unserer polnischen Partnerschule zu realisieren. Hier sollen die technischen Möglichkeiten der VC-Stationen in erster Linie zur Vor- und Nachbereitung gemeinsamer Begegnungen eingesetzt werden sowie zur Abstimmung von Zwischenergebnissen gemeinsamer Projekte und deren abschließender Dokumentation. Beide Seiten arbeiten derzeit an geeigneten Themen für gemeinsame Vorhaben. Ende Dezember wurde in einer ersten Konferenzschaltung eine polnische Zeitzeugin (Überlebende von Auschwitz) zu ihren Erfahrungen mit der Stiftungsinitiative zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern befragt.
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| Eine polnische Schülerin
beobachtet mit Interesse den Lösungsweg eines deutschen Schülers. |
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| Der polnische Kollege stellt die Aufgaben vor | Getrennte Versuche, die Aufgaben zu lösen. |
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| Ein deutscher Schüler und eine polnische Schülerin
diskutieren ihre Lösungswege |
Vergleich der in beiden Gruppen erzielten Resultate per Einblendung des Tafelbildes |
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| Gemeinsame Abschlussbesprechung | |
Das aufgezeigte Beispiel ist grundsätzlich übertragbar auf zahlreiche andere Anwendungsfelder im nationalen und internationalen Rahmen. Denkbar ist etwa der Einsatz des Verfahrens zur Verbesserung der Sprachkompetenz zwischen Einrichtungen unterschiedlicher muttersprachlicher Ausrichtung (z.B. deutsche Auslandschulen). Vorstellbar ist auch ein Zusammenschalten von Jugendklubs aus unterschiedlichen Kulturkreisen oder auch die Stärkung von Bemühungen um Erhaltung der familiären Bindungen von Aussiedlern. Besondere Bedeutung kann der Einsatz auch der bei der Einbeziehung externer Experten erlangen, wie das Folgebeispiel deutlich macht. Beispiel 4: Stärkung der politischen Partizipation durch praktizierte
Bürgernähe |
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| Die Jugendlichen hatten auf diese Weise Gelegenheit, Informationen
aus erster Hand zu erhalten. Aktueller Anlass der Konferenzschaltung am
15. März war der am gleichen Tag stattfindende Besuch des Interimspräsidenten
aus Afghanistan, Hamid Karsai. Dieser hatte sich bis 09.30 Uhr mit Mitgliedern
des Auswärigen Ausschusses zu einem Informationsgespräch getroffen.
Bereits um 09.45 Uhr stand der Abgeordnete Christoph Moosbauer der Schülergruppe
Rede und Antwort zu den an ihn gerichteten Fragen zur aktuellen Entwicklung
der Lage im Nahen und Mittleren Osten. |
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| MdB und Stellvetretender Vorsitzender des Auswärtigen
Ausschusses des Deutschen Bundestages, Christoph Moosbauer, stellte sich kurz nach einem Informationsgespräch mit Hamid Karsai den Fragen der Schüler zu den aktuellen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten |
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| Eine der beteiligten Schülerinnen im Gespräch
mit dem Abgeordneten |
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| Die Veranstaltung erwies sich damit auch als gelungenes Beispiel
dafür, dass mit Hilfe der im Rahmen des Projektes "Offenes Klassenzimmer"
eingesetzten Technologie der Anspruch nach mehr "Bürgernähe"
unkompliziert umgesetzt werden kann. Das Verfahren leistet damit ebenfalls
einen wesentlichen Beitrag zur politischen Partizipation, weil es dazu beiträgt,
nicht nur die räumliche Distanz zwischen den politischen Entscheidungsträgern
und dem Bürger zu überwinden.
Es lässt sich grundsätzlich ebenfalls übertragen auf Ortsvereins- oder Bürgerversammlungen, die zu Zeiten stattfinden, zu denen der gewünschte Gesprächspartner aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht vor Ort anwesend sein kann.
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| Das Bild zeigt einen anderen Schüler bei
einer Frage. Im Hintergrund ist der Kontrollbildschirm zu erkennen. |
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| Im Rahmen des "Offenen Klassenzimmers" bildete diese
Konferenzschaltung den Auftakt für eine Serie weiterer gemeinsamer
Sitzungen. In Kürze wird das Spektrum erweitert durch ähnliche
Veranstaltungen zur Europäischen Integration und dem Nahost-Konflikt.
Hier sind Sitzungen mit dem Mitgl. des Haushaltsausschusses des Europäischen
Parlaments, der Abgeordneten Dr. Gabriele Stauner, und nach Israel vorgesehen |
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