Heinrich Graf von Einsiedel

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Er wurde am 26. Juli 1921 in Potsdam geboren. 1939 machte er sein Abitur. Heute ist er verheiratet und hat zwei Kinder. Als Berufsoffizier und Jagdflieger zog er in den Krieg. Vom Juli 1941 bis zum Herbst 1942 kam er wiederholt direkt an der Ostfront zum Einsatz, wo er im November 1942 bei Stalingrad von der Roten Armee abgeschossen und gefangen genommen wurde. In der Gefangenschaft gehörte er zu den Mitbegründern des National-Komitees Freies Deutschland und des Bundes Deutscher Offiziere.

Im Juni 1947 wurde er aus sowjetischer Gefangenschaft freigelassen. Nach der Heimkehr war er zunächst Redakteur bei der Zeitung der sowjetischen Militärregierung, bis er dann Ende 1948 aus der sowjetischen Besatzungszone floh. Von da an war er Übersetzer, Drehbuchautor und auch Verfasser von Essays zur Zeitgeschichte. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 war er Mitglied der SED, von 1957 bis 1992 Mitglied der SPD. Seit 1994 ist er Mitglied des Bundestages.

Im Laufe des Krieges gegen die Sowjetunion gerieten 3,15 Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Gefangenschaft. Nahezu jeder Fünfte überlebte die Gefangenschaft nicht. Die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion bedeutete für die meisten deutschen Soldaten einen ständigen Überlebenskampf gegen Hunger, Kälte, Krankheit. Die Ungewissheit über die Dauer der Gefangenschaft und die als willkürlich erfahrene sowjetische Rechtsprechung verschärften das Gefühl von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit noch einmal tiefgreifend.

Ein kleiner Kreis deutscher Soldaten und Offiziere versuchte während des Krieges aus der Gefangenschaft heraus, politisch-propagandistisch gegen das NS-Regime und seinen Krieg zu wirken. Die im Sommer 1943 gegründeten Organisationen "Nationalkomitee Freies Deutschland" und "Bund Deutscher Offiziere" arbeiteten in Abhängigkeit von den sowjetischen Stellen.

Die Tätigkeit seiner Mitglieder, zu denen Walther von Seydlitz, Heinrich von Einsiedel und Bernt von Kügelgen zählten, ist bis heute umstritten. Die Kritik reicht von einer positiven Bewertung des konsequenten Engagements für eine Beendigung des Krieges bis zu dem Vorwurf, sie hätten aus Opportunismus mit Kommunisten zusammengearbeitet.