Anna Lengenfelder

Kindheit:
- geb. Aschenbrenner, *1929, in Omsk, Sibirien; Vater Deutscher, Mutter Sowjetin
- Mitte der 30. Jahre beginnt Stalin seine berüchtigten Säuberungen, wovon auch sie und ihre Familie – als „Staatsfeinde“ – betroffen sind.
- Von da an geht es mit der Familie bergab.
- Ihre geplante Ausreise klappt nicht.
- 1938 wird Annas Vater unter Arrest gestellt.
- Die Mutter ist krank, so muss Anna mit neun Jahren ihre Familie durch Gelegenheitsjobs selbst versorgen.
Gefangenschaft:
- 1941 wird Herr Aschenbrenner verhaftet. Seitdem hat Anna nichts mehr von ihm gehört.
- Die Mutter erleidet einen Schlaganfall und bleibt gelähmt.
- Im gleichen Jahr wird die restliche Familie verhaftet. Nach einem halben Jahr im Gefängnis in Novosibirsk werden sie in ein Gefangenenlager nach Gulag in der kasachischen Steppe abtransportiert.
- Ihre Jahre im Lager schildert sie mit schrecklichen Worten. „Einige meiner Mitgefangenen begingen Selbstmord da sie die Schikanen nicht mehr ertragen konnten.“
Zeit in der Kolchose:
- Die Familie wird in eine Kolchose gebracht.
- Dort muss Anna Milchkühe versorgen.
- Der Hunger bringt Anna dazu eine Tasse Milch zu „klauen“, weshalb sie vom russischen Geheimdienst verhört wird.
- 1950 (mit 18 Jahren) gründet sie eine Sing- und Theatergruppe.
- Dort lernt sie ihre Freundin Anita kennen.
- Das Singen stärkt ihr Zusammen-gehörigkeitsgefühl. So können die ArbeiterInnen ihre Probleme besser verarbeiten.
Freilassung - Ausreise:
- 1955 verabschieden Adenauer und Kruschov ein Gesetz zur Freilassung von deutschen Kriegsgefangenen .
- 1957 erst ließt Anna dies in der Zeitung, fährt nach Moskau um sich nach den Ausreisebedingungen zu erkundigen und bekommt die Erlaubnis nach Deutschland zurückzukehren.
- 1959 reist die Familie aus. Anna‘s Schwester muss zurückbleiben da sie mit einem Russen verheiratet ist und ein russisches Kind hat.
Zeit in Deutschland:
- Anna geht nach München.
- Sie ist glücklich endlich in Deutschland zu sein. Anna‘s Fröhlichkeit überrascht ihre Umwelt. Sie gründet erneut einen russischen Chor.
- 1969 heiratet sie. Diese Ehe löst sich 1995
Suche nach dem Vater
- Frau Lengenfelder sucht nach den Spuren ihres Vaters. Dazu reist sie mit einem Mitarbeiter der Organisation „Memorial“ nach Russland.
- Nach mehreren Anläufen findet sich der Name des Vaters im „Gedenkbuch der Opfer der stalinistischen Gewaltherrschaft“.
- Das bedeutet: Karl-Joseph Aschenbrenner war unschuldig erschossen worden.
- Diese Information erlebt Anna‘s Mutter nicht mehr.
Wohltätigkeit
- Heute besucht Frau Lengenfelder noch regelmäßig bedürftige in der Ukraine. So möchte sie denjenigen, die es nicht leicht haben, helfen, wie einige auch ihr geholfen haben.
- Zusammen mit etlichen freiwilligen Helfern sammelt sie Spenden und verpackt Kleidung für den Transport in den Osten
- Mit ihrer Arbeit unterstützt sie ein Krankenhaus, ein Kinderheim, eine Berufschule, ein Internat, die Armenküche in Peretschin und das Gefängnis in Kiew. In den umliegenden Dörfern, in denen oft schon das Nötigste fehlt, hilft Anna Lengenfelder mit Hygieneartikeln und Kleidern.
„Besonders dankbar sind die Kinder, die zu Gott beten, dass ich sie noch lange besuchen komme.“