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Unsere Reise nach Polen
Da der einstige Jahrgang 2002 nun bereits die 10. Klasse erreicht hatte, wurde uns dieses Jahr, wie allen 10. Klassen, die Möglichkeit offenbart, an einem einwöchigen Aufenthalt in Polen Teil zu nehmen. Und weil sich viele von uns die Gelegenheit auf eine lustige Woche mit einigen Klassenkammeraden außerhalb der Schule nicht entgehen lassen wollten, haben wir kurzer Hand zugestimmt, unsere Eltern um die Erstattung des Reisegeldes gebeten, einen (oder auch mehrere) große Koffer gepackt, und sind am Samstag den 24.11.2007 mit 20 Jugendlichen, plus zwei Begleitpersonen, in den Zug Richtung Berlin gestiegen. Die Fahrt mit dem ICE war dann auch noch recht entspannt, man konnte sich gut unterhalten, Karten spielen, lesen, oder einfach nur Musik hören. Von da aus, sind wir dann mit einem russischen Schlafwagen weiter nach Lublin gefahren. Ach, schon allein wenn ich nur an diesen Zug denke, bekomme ich wieder Anflüge einer Mischung aus Klaustrophobie und Ekelgefühlen. Nun ja, kurz gesagt, es war ziemlich schwierig in dem Zug zu schlafen, zumal der auch noch in jedem Kuhdorf mit einem heftigen Ruck gehalten, und nach 15 min. wieder losgefahren ist. Deshalb waren alle froh als die Nacht vorbei war.
Aber als wir dann endlich in Motycz Lesny angekommen waren, fanden wir ein hübsches und relativ gemütliches Haus vor, auch wenn manche meinten, so stellten sie sich eine Bundeswehrkaserne vor.
 Und dann trafen wir unsere polnischen Kollegen, über die wir, um ehrlich zu sein, im Voraus nicht übermäßig viel Gutes gesprochen hatten. Es stellte sich aber heraus, dass diese Ansichten in keinster Weise begründet waren, im Gegenteil, wir wurden so herzlich und freundlich willkommen geheißen, dass sich, sozusagen, noch beim Abendessen erste Freundschaften gebildet haben. Man könnte jetzt natürlich fragen, was man sonst hätte tun sollen, wo das Essen doch selbst für eine "Großküche" wirklich grauenhaft war, aber so war es nicht. Wir verstanden uns tatsächlich sehr gut, und das im wahrsten Sinne des Wortes, da das Englisch der Polen auch nicht schlechter war als unseres. Und um den "Internationalen/Interkulturellen Zusammenhalt" noch zu verstärken, gab es täglich jede Menge von teilweise etwas fragwürdigen Integrationsspielen und Sprachanimationen.

Doch zu aller Freude, ging es auch sehr oft raus aus dem Haus, um Ausflüge zu machen, wie zum Beispiel nach Lublin, oder Kazimierz Dolny, wo wir nach Lust und Laune polnisches Gebiet erkunden konnten. Diese Erkundungen endeten aber oft in einer Karczma (Kneipe), um der stets schneidenden Kälte zu entfliehen.

So verging diese Woche für alle Beteiligten, (außer für die, die krank waren) wie im Flug. Und sozusagen als "Schmankerl" bekamen wir am Ende der Zeit die Möglichkeit, das Polnische Familienleben in Krasnistav kennen zu lernen, indem wir alle, für zwei Tage, auf unterschiedliche Polnische Familien verteilt wurden. Nach Ablauf dieser viel zu kurzen Zeit, bekamen wir alle von den Veranstaltern eine Urkunde, mit ziemlich viel Gesülze von wegen, "Der Teilnehmer … hat Deutschland auf würdige Weise vertreten…", wurden wieder in einen Zug verfrachtet, wo eigentlich alle meinten, sie wären "echt total Emo". Aber dann wurden bereits Pläne geschmiedet, wann man das nächste Mal wieder nach Polen fahren würde.

Abschließend kann man sagen, dass die Reise zwar sicherlich ein guter Schritt in ein vereinigtes Europa war, und auch sicherlich ein riesen Fortschritt für die interkulturelle Verständigung und so weiter, und so fort, aber letztendlich ging es uns, glaube ich, darum, dass wir unseren Spaß hatten und die Polen als ein enorm freundliches und nettes Volk empfunden haben.
Und allen Leuten, die das lesen, möchten wir ans Herz legen, dass sie, wenn sie mal die Chance auf eine solche Reise bekommen, nicht zu zögern, sondern beherzt zu zugreifen, es lohnt sich!
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