An unserer Schule ist es seit einigen Jahren üblich geworden, dass die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe eine Schnupperlehre in einem selbstgewählten Betrieb durchführen.
Dass diese Praktika neben viel Spaß und neuen Erfahrungen gelegentlich auch noch ganz unerwartete Früchte tragen können, zeigt das folgende Beispiel:
Bericht zu meinem Praktikum beim Jugendradio „Störfunk“

von Felix
Friedlein

Eindrücke von meinem Praktikum beim „Störfunk“ vom 16.2. –
20.2.2009
Allgemeine
Zusammenfassung:
In diesem
Bericht stelle ich mein Praktikum vom 16.2. bis zum 20.2.2009 beim Jugendradio
„Störfunk“ vor. Da ich mich auch im Bezug auf meinen späteren Beruf für
Journalismus interessiere, habe ich
mich beim Jugendradio Störfunk beworben. Dieser bietet eine gute Gelegenheit,
einen Einblick in die Welt der Medien zu bekommen. Der Radiosender ist ein Teil
des Medienzentrum Münchens (MZM), welches außer dem Jugendradio und einem
Fernsehsender (maTz TV) auch sehr kostengünstig Laptops, Beamer, Videokameras,
Stative, Mikrofone, Rekorder, Fotoapparate, Lichtkoffer u.v.m. verleiht;
Seminare anbietet; Events organisiert und verschiedenste Projekte mit Kindern
und Jugendlichen in München durchführt. Der Störfunk sendet von Montag bis
Freitag von 18 – 21 Uhr und Samstag/Sonntag von 17 – 19 Uhr auf afk m94,5 Musik
und Beiträge aller Art. Jugendliche zwischen 14 und 26 Jahren, die Zeit und Lust
haben, Radio zu machen, können ihre Themen einreichen. Die derzeitige Hörerquote
liegt bei etwa 10.000 Zuhörern täglich. In dieser Woche habe ich folgende
Erfahrungen/Kompetenzen erworben:
ü Einen
Einblick in die Praxis des journalistischen Arbeitens durch die Produktion eines
eigenen Radiobeitrags sowie durch das Begleiten einer
Diskussionsveranstaltung des BR
ü Vorbereitung
und Durchführung mehrerer Interviews im kleinen privaten Lehrinstitut
Derksen und mit der Vertreterin des Bayerischen Elternverbands München
ü Den
Umgang mit mehreren Schneideprogrammen für Audiotonspuren aus dem Studio, mit
Aufnahmegeräten für Straßeninterviews und zahlreichem Studioequipment
ü Das
vollständige Produzieren eines Radiobeitrags zum Thema „Das G8 –
Erfahrungen und Perspektiven“

On Air = Aufnahme läuft Studio von außen
Montag,
16.02.09
Um halb
neun Uhr morgens wurde ich in der Rupprechtstraße 29 im dritten Stock des MZM
bereits von Simon Gerke, der die nächsten fünf Tage für mich zuständig war,
erwartet. Nach einer kurzen Hausbesichtigung (Studio, Büros, Lagerräume für
Kameras/Stative/Mikrofone/usw., Medienräume, Redaktion des MZM, weiteres) wurde
ich zuerst mit dem Schnitt- und Bearbeitungsprogramm für die Aufnahmen vertraut
gemacht, sodass ich die nächsten eineinhalb Stunden zwei Produktionen, welche
wenige Zeit später im Radio liefen, bearbeitete. Nach einer Weile lernte ich
auch andere Mitarbeiter/innen des Radios kennen und überlegte mir schließlich
mit der Hilfe von Simon und Sonja Thull, die schon länger beim Störfunk sind,
ein Thema zu einem eigenen Beitrag. Ich entschied mich für ein Resümee des
jetzigen Standes des achtjährigen Gymnasiums(G8).

Luzi –
der Hund vom Störfunk
Jan im Studio
Dienstag,
17.02.09
Um 13 Uhr
mittags war ich mit Sonja Thull vom Störfunk zu einer Diskussion des Bayerischen
Rundfunks in der Marsstraße, zu dem Thema „Neue Medienformate für die Zielgruppe
Jugend“, eingeladen. Kurz gefasst geht es darum, dass die Jugendsendung
„Südwild“, welche derzeit im Nachmittagsprogramm des BR läuft, mit einer
weiteren Folge namens „Ich mach’s!“, in der die 25 meistgewählten Berufe auf
nötige Kenntnisse, Vor- und Nachteile, und weitere wichtige Informationen
vorgestellt werden, vermutlich bald in BR-Alpha ausgestrahlt werden. Zurück im MZM machte ich einige Anrufe
beim kleinen privaten Lehrinstitut Derksen, dem Kultusministerium und beim
Bayerischen Elternverband, um Interviewtermine zu vereinbaren und bekam – mit
Ausnahme des Ministeriums auch gleich zwei Zusagen. Kurz nach 19 Uhr nahm ich
noch an der jeden Dienstag stattfindenden Redaktionssitzung teil, stellte dort
meinen Beitrag vor. Außer mir waren die Verantwortliche Elke Michaelis, drei
Moderatoren und einige Jugendliche anwesend, die wie ich einen Beitrag
vorstellten. Nach einer kurzen Zusammenfassung von Elke Michaelis endet die
Sitzung um 20 Uhr.

Studio
von innen
Studio von außen – unten: Aufnahme - bzw. Schneide -
PC
Mittwoch,
18.02.09
Nach
einem durch die Alarmanlage bedingtem, etwas hektischem Treffen um halb 10 Uhr,
machten sich Sonja Thull und ich auf den Weg zu einem ihrer Interviews mit einer
Vertreterin von „Schule ohne Rassismus“, damit ich einmal sehen konnte, wie ein
solches Interview abläuft. Doch als wir nach längeren Suchen schließlich vor der
richtigen Tür im richtigen Haus standen, hing dort ein Zettel – „Frau Kang heute
leider krank!“ – sodass ich bereits vor 13 Uhr im Derksen zugegen war, um einige
Interviews mit Schülern und Lehrern zu machen. Doch wieder mal hatte ich Pech!
Denn die siebten und achten Klassen, aus denen ich einige Schüler/innen befragen
wollte, hatten ausgerechnet an diesem Tag nur fünf Stunden Unterricht. Meine
Ergebnisse beschränkten sich schließlich auf zwei längere Lehrerinterviews, da
ausgerechnet heute fast alle Lehrkräfte ganz schnell nach Hause mussten. Etwas
enttäuscht kehrte ich also zum MZM zurück, um zumindest die bisherigen
Interviews im Computer zu bearbeiten.

Zwei
Störfunkreporter bei einer Straßenumfrage
Donnerstag,
19.02.09
Nach
meiner sehr kleinen Ausbeute an Ergebnissen am vorherigen Tage war ich am
nächsten Tag bereits um 8 Uhr im Derksen und hatte es bis zur vierten Stunde auf
insgesamt vier gute Schülerinterviews und ein weiteres Lehrerinterview gebracht.
Nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause machte ich mich um kurz nach zwölf Uhr
erneut auf den Weg, um in der Ismaningerstraße 7 am Max-Weber-Platz in der Nähe
vom bayerischen Landtag, ein Interview mit Elke Kraus vom Bayerischen
Elternverband zu führen, welcher sich in seiner Arbeit für die Interessen der
Schüler aller Schulformen einsetzt und von Anfang an gegen das G8 war. Im
Gegensatz zum Vortag fand ich das Büro der SPD – Abgeordneten trotz schlechter
Beschilderung sehr schnell und führte das Interview ohne Probleme mit großem
Spaß durch. Bald verabschiedete ich mich von der netten Frau Kraus und war nach
einer kurzen U-Bahnfahrt schon wieder mit Schneiden, Tonangleichen und
Zusammensetzen einzelner Interviewteile beschäftigt und half dem Leiter des MZM
Günther Anfang, den ich bei dem Münchner Jugendfilmfest
<flimmern&rauschen> kennengelernt hatte und so zum Störfunk gekommen
bin, auch noch dabei einigen „Papierkram“ zu erledigen. Zuletzt begann ich im
Studio die ersten Teile meiner Moderation mit Sonja Thulls Hilfe
aufzunehmen.


Jan
im Studio; Mitte:
Schaltpult für Mikrofon, Lautstärke, usw. links: Verbindungs-PC zur
Sendestation
Freitag,
20.02.09
Wegen
eines Seminars, das nur für langfristige Mitarbeiter war, musste ich am letzten
Tag erst um zwölf Uhr anwesend sein. Als ich im MZM ankam, erfuhr ich, dass
das Kultusministeriums unser geplantes Telefoninterview leider erwartungsgemäß
abgesagt hatte, weil ihm unsere Fragen offenbar nicht passten, was sie wörtlich
bei nochmaligem Anrufen zum Ausdruck brachten. So bekamen wir nur per email ein
älteres Interview mit völlig anderen Inhalten, sodass mein Beitrag
gezwungenermaßen deutlich kürzer als geplant ausfallen musste. Trotzdem dachte
ich mir mit der Hilfe von Elke Michaelis in der nächsten Stunde die
Rundummoderation für die Sendung aus und notierte sie schließlich
handschriftlich in ganzen Sätzen, um diese später gut vorlesen zu können. Nach
einem Mittagessen in einem chinesischen Restaurant, wozu uns der Leiter des MZM
eingeladen hatte, ging ich mit Elke ins Studio und fing an, meinen Text
aufzunehmen. Darauf setzte ich mich wie bereits in den letzten Tagen an den
Computer, bearbeitete das eben Aufgenommene nach und setzte schließlich alle
„Bauteile“ meines Beitrags zusammen. Somit war dieser fertig! Zuletzt holte ich
mir bei Günther Anfang mein Praktikumszeugnis ab, bedankte und verabschiedete
mich bei allen. Ich vereinbarte noch mit Sonja Thull, dass mein Beitrag als
Podcast zum Downloaden auf der Homepage des Jugendradios (www.stoerfunk.info)
eingestellt wird. Mein Beitrag wurde in der kommenden Woche an drei Tagen
zwischen 18 und 19 Uhr ausgestrahlt.
Mein
Fazit
Insgesamt
hat mir das Praktikum sehr gut gefallen. Die Produktion eines eigenen
Radiobeitrages war eine spannende und interessante Arbeit. Sicher werde ich ab
und zu beim Störfunk vorbeischauen und vielleicht den einen oder anderen Beitrag
mit gestalten.
kleiner Nachtrag:
Samstag,
18.07.09
Fast fünf
Monate später sendete ich meinen Beitrag zum ersten Hörfestival für Oberbayern,
Niederbayern, Schwaben und die Oberpfalz – „Hört, Hört!“ – ein. Von 15:00 bis
21:00 Uhr hörten und besprachen wir alle eingesendeten Beiträge der drei
verschiedenen Altersklassen. Nachdem wir dann zusammen Abend gegessen hatten
machten wir uns auf zu der Preisverleihung in einem Zirkuszelt in der Münchner
Innenstadt wo ich schließlich vollkommen unerwartet den zweiten Preis in der
Kategorie „journalistischer Beitrag U 16“ gewann.
Laudatio
Die Moderatorin und ich bei der Preisverleihung mit Urkunde
